Anfang des Jahres suchte Lisa Viol für ihren in die Jahre gekommenen Carlos ein Beistellpferd. Sie erfuhr von einem Pony, das passen könnte. Es lebte in der Nähe zusammen mit einem anderen Pony. Als sie die beiden besuchte, war sie schockiert. Die Tiere befanden sich in keinem guten Zustand.

Ihre Hufe waren nicht geschnitten und rollten sich schon nach oben. Für die 20-Jährige stand fest: Ich muss beide retten. Sie aktivierte ihre Tierschutz-Jugendgruppe und holte die Ponys zu sich. Das eine lebt nun bei ihnen. Das andere Tier konnte an ein Mädchen vermittelt werden.

Ein Herz für Tiere hat Lisa Viol von ihrer Familie. Vor 26 Jahren begannen ihre Großeltern mit dem Aufbau des Tierheims Druschke in Langengrassau. Gerhard Druschke war schon zu DDR-Zeiten im Hundesportverein, brachte von seinen Fahrten als Tiertransporteur immer wieder Hunde mit, die er aufpäppelte und als Blindenhunde oder Spürhunde ausbildete.  1993 schloss das Tierheim den ersten Vertrag mit dem Landkreis Dahme-Spreewald ab. Es folgten weitere Verträge mit Ordnungsämtern vieler Kommunen zur Aufnahme von Fundtieren und mit den Veterinärämtern der umliegenden Landkreise. Diese werden eingeschaltet, wenn es um unsachgemäße Haltung oder Gewalt gegenüber Tieren geht. „Wir finden immer eine Lösung für solche ‚Notfelle‘“, sagt Susann Viol. So fanden in den Jahren nicht nur Hunderte Hunde, Katzen und Kaninchen ein zeitweiliges Zuhause in Langengrassau. Auch Affen, Esel, Ziegen, Schafe und Mäuse waren schon Gäste. Manche Tiere werden schnell vermittelt, andere dagegen sind schon einige Jahre im Heim – oder bereits festes Familienmitglied. „Wir haben drei Kinder und jedes hat seinen eigenen Hund und seine eigene Katze“, erzählt die gelernte Zootierpflegerin lachend.

In diesem Jahr hat das Tierheim Druschke bereits knapp 100 Hunde und 130 Katzen aufgenommen. Geben Halter ihre Tiere ab, müssen sie eine Gebühr abhängig von Alter und gesundheitlichem Zustand zahlen. Neue Besitzer entrichten dagegen eine Schutzgebühr.  Um auch Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit Hund, Katze, Kaninchen oder Maus beizubringen, hat Susann Viol mit ihrer Tochter Lisa die Tierschutz-Jugendgruppe gegründet. Interessierte Mädchen und Jungen zwischen zwölf und 16 Jahren haben so die Möglichkeit, den Vierbeinern ganz nah zu kommen und ihnen etwas Gutes zu tun. Die Gruppe hat schon Schnüffelmatten, Engel und anderes Spielzeug für die Tiere gebastelt und verkauft und dabei gleichzeitig etwas über richtige Tierhaltung gelernt. „Wir wollen damit schon frühzeitig das Interesse am Tierschutz wecken“, sagt die Tierheim-Leiterin.

Außerdem besuchte Lisa Viol neben ihrer Ausbildung zur Heilerzieherin Seminare vom Deutschen Tierschutzbund, dem sie seit zehn Jahren angehört. Ziel ist es, als Tierschutzlehrerin in Schulen zu gehen. Seit 2018 ist sie ausgebildete Tierschutzlehrerin, die erste des Deutschen Tierschutzbundes in Brandenburg. Dabei geht es nicht nur um die artgerechte Haltung von Haus- und Nutztieren. Auch der Umgang und Schutz von Wildtieren sind Thema.

Am 7. Dezember findet im Tierheim Druschke der alljährliche Weihnachtsmarkt mit Leckereien für Mensch und Tier statt. Besucher haben zudem die Chance, die Tierschutz-Jugendgruppe und ihre Projekte kennen zu lernen.

Tierheim Langengrassau

Langengrassau Dorfstraße 23
15926 Heideblick
Tel./Fax: 035454-532
info@tierschutzverein-luckau.de
www.tierschutzverein-luckau.de

Öffnungszeiten:
Mo-Di und Do-Sa von 11.00 - 16.00 Uhr

Spendenkonto:
IBAN:    DE  04 1605 0000 3682 0257 14
BIC:        WELADED1PMB

Futterabgabestellen:

u.a. vor Ort im Tierheim, im Marktkauf Lübben, Marktkauf Finsterwalde, Kaufland Lübbenau sowie im Rewe-Supermarkt in Vetschau

Die Tierschutz-Jugendgruppe freut sich immer über Mitstreiter mit einem Herz für Tiere. Auch Gassigeher, Katzenstreichler und Unterstützer sind jederzeit herzlich im Tierheim Langengrassau willkommen.