Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung der Fragen nicht die persönliche ärztliche Beratung, Diagnose und Behandlung ersetzen.

Sehr geehrte Herren, welche Untersuchungen sind heute bei Beschwerden an der Wirbelsäule notwendig und sinnvoll?

Bei Wirbelsäulenbeschwerden sollte eine Röntgen-Untersuchung der Wirbelsäule am Anfang stehen. „Goldstandard“ ist dann eine MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie). Mit dieser Untersuchung lässt sich die Wirbelsäule am besten beurteilen. Auch für eine eventuell notwendige Operation ist diese  Untersuchung zwingend. Leider scheitert dieses Vorgehen heute immer noch an den fehlenden MRT-Kapazitäten und daraus resultierenden langfristigen Terminvorläufen. Aus diesem Grund werden alternativ CT-Untersuchungen (Computertomographie) durchgeführt, die aber für eine eventuelle Operation oft nicht ausreichend sind. Die CT für die Wirbelsäule ist in den Hintergrund getreten, weil ihre Aussagekraft nicht so umfangreich wie beim MRT ist. Ausnahmen gelten für Patienten, bei denen auf Grund von Implantaten (z.B. Herzschrittmacher) eine MRT-Untersuchung nicht möglich ist. In diesem Fall wäre ein CT angebracht.

 

Liebes Expertenteam, wie verhalte ich mich nach einer Rücken-Operation?

Nach durchgeführter Operation wegen Rückenschmerzen, egal welcher Ursache, steht zunächst die patientenadaptierte Schmerztherapie mit moderater sekundärer Belastung der Wirbelsäule im Vordergrund. Belastungen aus der Wirbelsäulenachse sollten zunächst vermieden werden, jedoch sind Gangschulen, wie z. B. Spaziergänge unterschiedlicher Wegstrecke ratsam. Ab der sechsten  postoperativen Woche sollte die Belastung gesteigert werden, damit keine Defizite hinsichtlich der Bewegungsausmaße der Wirbelsäule verbleiben. Ergänzend können dazu stationäre oder ambulante Anschlussheilbehandlungen genutzt werden. Zu empfehlen ist je nach Befund die Anlage einer sanften Orthese für maximal 4 bis 6 Wochen, um in der frühen postoperativen Phase die Rückenmuskulatur zu schonen.

Sehr geehrte Herren,

was kann man Ihres Wissens nach gegen sogenannte Gleitwirbel tun? Meine Beschwerden führten fast zur Hüftoperation. Als mein Orthopäde dann in einem CT entdeckte, dass es nicht die Hüfte ist - trotz ähnlicher Beschwerden - sondern dass mein 4. und 5. Lendenwirbel Gleitwirbel seien.

Da ich mir keine 2. Expertenmeinung einholen kann, hoffe ich sehr auf Ihre Antwort. Selbstverständlich wurden mir Schmerzmittel verschrieben, die ich jeden früh nehme, um mobil zu sein. Ich war auch schon zur Reha, da ich nur noch mit Gehhilfen laufen konnte.

Dort musste ich wegen der körperlichen Betätigung und des vielen Laufens täglich 3 Tabletten einnehmen. Dies trieb meinen Blutdruck bis 200/105.Normal habe ich 130/80.Ich bin 70 Jahre alt. Schmerzmittel nehme ich z.Z. 1 Tablette früh, ohne große körperliche Anstrengungen, aber vertrage sie kreislaufmäßig nicht sonderlich. Auch mein Puls wird dadurch stark erhöht. Auch die Hausärztin ist der Ansicht, dass ich das Medikament bis zum Lebensende nehmen kann, was ich skeptisch betrachte. Welche Möglichkeiten gibt es evtl. noch zur Schmerzlinderung? Da ich immer ein sehr aktiver Mensch war, beeinträchtigt mein jetziger Zustand doch sehr meine Lebensqualität. Beruflich habe ich 45 Jahre als Krankenschwester gearbeitet.

 

Nach Ihren Angaben haben Sie ein Wirbelgleiten zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel. Dieses Wirbelgleiten kann angeboren sein oder im Rahmen einer zunehmenden Abnutzung der Lendenwirbelsäule  auftreten. Meistens treten Beschwerden durch einen Gleitwirbel erst beim älteren Patienten auf, wenn die Bandscheibe  und der Muskel/Bandapparat  zunehmende Abnutzungen aufweisen. Beim Wirbelgleiten gibt es verschiedene Schweregrade , die die mögliche Therapie mitbestimmen. Wenn das Wirbelgleiten zunehmende Beschwerden bereitet oder wenn durch das Wirbelgleiten neurologische Ausfälle (Lähmungen) auftreten sollte eine operative Behandlung erwogen werden. Diese Beratung kann in einer Sprechstunde unter Vorlage einer aktuellen Diagnostik (Röntgenbild, MRT) erfolgen. Besteht nur eine moderate Schmerzsymptomatik, die durch Schmerzmittel gut zu bekämpfen ist, kann eine abwartende Haltung eingenommen werden. In Ihrem Fall sehe ich keine weitere Möglichkeit einer konservativen Therapie, da auch die Schmerztherapie weitgehend ausgeschöpft ist. Ich hoffe Ihnen mit dieser Aussage geholfen zu haben. Eine weitere Beratung kann jederzeit in einer unserer Ambulanzen persönlich erfolgen.

 

Sehr geehrtes Expertenteam, ich bin 57 Jahre alt und habe Spondylarthrose zwischen am 4. und 5. Lendenwirbel. Ich habe ein ausgeprägtes Hohlkreuz und in der BWS einen Rundrücken. Seit meiner Jugend treibe ich regelmäßig Sport, bin Übungsleiterin einer Frauensportgruppe und bin etwas hypermobil. Ich hatte seit 2018 dreimal eine Facetteninfiltration, die nächste ist für Mitte Oktober geplant. Wie oft kann bzw. sollte man das machen?

 

Facetteninfiltrationen können, wenn sie  wie in Ihrem Fall wirksam sind und keine zu kurzen Zeitabstände (Wochen) dazwischen liegen, beliebig oft wiederholt werden. Aus meiner Erfahrung verkürzen sich aber die Zeitabstände mit einem positiven Effekt von Infiltration zu Infiltration. Eine weitere Möglichkeit wäre  eine Facettenverödung , die oft einen längeren positiven Effekt hat. Diese kann im Rahmen einer kurzen stationären Aufnahme durchgeführt werden.

 

Hallo liebes Rückengesundheitsteam, meine Mutter ist 63 Jahre alt und hat seit 1 Jahr akute Rückenprobleme. Die Schmerzen ziehen meist von der rechten Pobacke bis runter zum Fuß, zeitweise hat sie auch ein Taubheitsgefühl unter den Zehen.

Folgende Diagnosen: MRT: Spinalkanalstenose L5/S1. Sie geht regelmäßig zur Physiotherapie, hatte beim Orthopäden 15 x Akupunktur und unter dem MRT 6 PRT Spritzen, außerdem macht sie täglich Rückenübungen. Bisher hat alles nicht viel geholfen.

Sie möchte die OP gerne umgehen. Nun hat man ihr Spritzen zur Neuraltherapie angeboten. Sie weiß nicht mehr weiter .......Können Sie ihr bitte einen Tipp geben????????

 

Im Fall Ihrer Mutter liegt eine Spinalkanalstenose L5/S1 vor.  Für eine optimale Beratung müsste man das MRT kennen. Im MRT ist der Schweregrad  der Stenose eindeutig zu erkennen. Bei einer zunehmenden  Beschwerdesymptomatik muss  immer an eine  operative Entlastung (Dekompression) gedacht werden. Konservative Maßnahmen können eventuell die Schmerzsituation  für einen gewissen Zeitraum reduzieren, ändern aber an der Stenose nichts. Diese Enge und auch das Fortschreiten dieses Prozesses lasen sich von außen nicht beeinflussen. Eine individuelle Beratung können Sie jederzeit in einer unsere Ambulanzen erhalten.